13.12.17 - Gerhard Günnewig Stiftung finanziert Berufskleidung für internationale Schüler

Da die zugereisten Schüler/innen die für den Besuch des Praxisunterrichts in der Hotelberufsfachschule notwendige Berufskleidung nicht bezahlen können, ist die Gerhard Günnewig Stiftung für 30 Schüler/innen eingesprungen.

 

Seit Januar 2016 leisten auch die Wirtschaftsschulen für Hotellerie, Gastronomie, Handel und Dienstleistungen Dortmund einen Beitrag zur bestmöglichen Integration von Migranten. Die WIHOGA Dortmund möchte über verschiedene Bildungsgänge ein durchgängiges Konzept der beruflichen Integration in die gesamte Palette der Hotellerie, Gastronomie, Systemgastronomie, Catering-, Tourismus- und Eventbranche anbieten. Die meist minderjährigen und unbegleiteten Zugereisten haben so eine Chance, neben beruflichen Grundkenntnissen ein Deutsch-Sprachniveau A2/B1 und den Hauptschulabschluss Klasse 9 (evtl. 10) zu erwerben.

 

Zu Beginn des laufenden Schuljahres 17/18 hat die WIHOGA ca. 30 Schüler/innen in verschiedene Klassen der Hotelberufsfachschule (Typ1 - Voraussetzung: Hauptschulabschluss Klasse 9 und Typ2 – Voraussetzung Hauptschulabschluss Klasse 10) aufgenommen, wovon die meisten bereits seit über einem Jahr in Internationalen Förderklassen beschult wurden. Im Rahmen der BFS1 und BFS2 wird versucht, - neben gastronomischen Grundlagenfertigkeiten und -kenntnissen – auch den Hauptschulabschluss Klasse 10 bzw. die Fachoberschulreife zu vermitteln. Damit wären diese Jugendlichen dann auch endgültig in der Lage, eine Berufsausbildung im Gastgewerbe anzutreten.

 

Ein echtes Problem tauchte in diesem Schuljahr in der Weise auf, dass Schüler/innen solcher Klassen seit Jahren Berufskleidung für Service und Küche anschaffen müssen, die internationalen Schüler/innen diese Mittel aber nicht zur Verfügung haben. Diese sind – auch nach zahlreichen Rücksprachen mit dem Schulamt, dem Jobcenter und der Stadt Dortmund – für die Migranten in unseren neuen BFS-Klassen nicht bei diesen Institutionen zu erhalten.

 

Die WIHOGA hat somit ein Berufsbekleidungspaket im Wert von ca. 100 € pro Person zusammengestellt, das die Gerhard Günnewig Stiftung aus Stiftungsgeldern für 30 Schüler/innen finanziert. Die Stiftung war schon im vergangenen Jahr spontan eingesprungen, als es um die Anschaffung von Lehrbüchern für zugereiste Schüler/innen ging. “Integration ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der auch wir uns stellen. Gerne haben wir daher jetzt auch die Finanzierung der Berufskleidung für den Praxisunterricht übernommen“, so Hardy R. Voges, Vorstandsvorsitzender der Gerhard Günnewig Stiftung.

 

Gastronomie und Hotellerie sind von jeher eine internationale Branche. Beschäftigte aus weit über 100 Nationen arbeiten in unserer Gastgeber-Branche kollegial zusammen. Es ist für diese Betriebe selbstverständlich, Menschen aus dem Ausland und mit Migrationshintergrund auszubilden und zu beschäftigen. Die Internationalität ist ein Gewinn für Mitarbeiter, Betriebe und die zunehmende Zahl der Gäste aus dem In- und Ausland. Im Übrigen scheint aber auch umgekehrt die Gastro-Branche äußerst attraktiv für die zugereisten Jugendlichen zu sein und diesen gute Perspektiven bieten zu können.